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Kunstraum Potsdam SCHIFFBAUERGASSE


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23.10.2015 bis 22.11.2015

Die innere Kraft der Freude

HARRY MOHR
Eröffnung: Do 22.10.15 / 19.00 Uhr

Harry Mohr war einer der profiliertesten Künstler Potsdams und bereicherte die Kunst der Landeshauptstadt seit Ende der achtziger Jahre um eine eigene Note von stets positiver Ausstrahlung. Anfang November 2014 ist er, vierundsechzigjährig, gestorben. In seinen abstrakten Bildern von überströmender oder zart verhaltener Farbenfreude kommt ein sinnliches Verhältnis zu allem Seienden zum Ausdruck. Gleichzeitig weisen die phantasievollen poetischen Titel auf eine geistige Ebene hin, die in ihrer entwaffnend naiven Direktheit jedem verständlich ist und auf geheimnisvolle Weise der Banalität entgeht. Der Autodidakt begann während seiner Armeezeit mit "Kritzeleien", wie er es nannte, als Gegengewicht gegenüber den Persönlichkeitsbeschränkungen des Militärdienstes. Der künstlerische Ausdruck wurde ihm zur unverzichtbaren Lebensbegleitung. Der Schaffensprozess gab ihm eine erstaunliche Kraft, die sich über seine Werke auch dem Betrachter mitteilt.

Harry Mohr hat stets mit künstlerischen Techniken experimentiert. Er ließ die Farben auf der Bildfläche verfließen und setzte ihnen feste Konturen entgegen. Seine wichtigsten technischen Erfindungen betreffen die Arbeiten auf Papier. In den Wendejahren schöpfte er aus im Regen aufgeweichten geschredderten Stasiakten neues Papier und nutzte es als Bildträger. Auf anderen, in einer eigens weiterentwickelten Marmoriertechnik entstandenen Blättern bilden sich Farbzellen, die sich miteinander verketten und an mikroskopisches Wachstum, gelegentlich auch an universale Bewegungen erinnern. Sein grafisches Werk, das hauptsächlich aus sensibel gedruckten Radierungen besteht, wird durch Präge- und Materialdrucke bereichert und überschreitet durch Farbvarianten, Collagen und Übermalungen oft die Grenze zum Unikat.

Daneben entstand auch ein vielgestaltiges plastisches Werk, bei dem Fundgegenstände montiert und mit einer Kaschur überdeckt wurden, bevor die Farbe ihnen eine Fassung verlieh, die den Plastiken stets eine starke physische und mentale Präsenz sichert.

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Eine Ausstellung des Kunstraum Potsdam c/o Waschhaus in Zusammenarbeit mit dem Potsdamer Kunstverein e. V.

Die WASCHHAUS POTSDAM gGmbH bedankt sich bei der Landeshauptstadt Potsdam / FB Kultur und Museum und beim Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg für die Förderung. Vielen Dank an die Märkische Allgemeine Zeitung für die freundliche Unterstützung.



Öffnungszeiten
des Kunstraum:

Mittwoch bis Sonntag
13 bis 18 Uhr

Waschhaus
Potsdam gGmbH

Schiffbauergasse 6
14467 Potsdam
Tel. 0331 27156-0
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